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Staubabscheider für Staubsauger (Dust separator for shopvac)

August 2014

Mein in 2013 gekaufter Festool CTL 36E AC hat nach genau einem Jahr zum ersten mal einen vollen Staubfangsack. Leider ist der damals mitgelieferte Sack kein wiederverwendbares System, sondern ein Wegwerfartikel. Das gefällt mir gar nicht. Es gibt zwar wiederverwendbare Filtersäcke, die sind aber unbezahlbar, oder zumindest so teuer dass man über andere Ansätze nachdenken kann.

Das hat bei mir dazu geführt, dass ich mir einen Staubabscheider vor den Staubsauger installieren wollte. Das Funktionsprinzip ist dabei denkbar einfach. Der Volumenstrom der eigentlich vom Staubsauber durch den Staubsaugerschlauch direkt in den Filtersack befördert wird, muss vorher durch ein auf dem Kopf „stehenden“ Kegelvolumen.

Der Volumenstrom rotiert also im inneren des Kegels und wird dadurch nahe der Außenhaut des Kegels verlangsamt. Das ganze erfolgt so stark, dass die transportierten Partikel (Staub, Späne, Holzstückchen, etc.) an den Seitenwänden nach unten fallen. Der vorgereinigte Luftstrom tritt durch die mittige Absaugöffnung aus dem Kegel aus und in den Staubsauger ein. Man stellt also nur noch ein Behälter unter den Kegel und hat somit einen Abscheider. So das Prinzip.

Diese Systeme kennt man aus Schreinereien. Es gibt sie aber auch für den Hausgebrauch aus Kunststoff zu kaufen. Jedoch wollte ich eine andere Variante davon machen, denn ich habe anstatt der Kegelform ein Vieleck verwendet. Das hat nach meiner Überlegung mehrere Vorteile:

  • Die Form ist mathematisch einfach und in Holz zu fertigen.
  • Die abgeschrägten Seitenwände sind innen nicht glatt und homogen – somit sollte also ein guter Rotationswiderstand möglich sein.
  • Der Absaugstutzen in der Mitte des Rotationsvolumens ist weiter vom an den Seitenwänden herunterfallenden Schmutz entfernt, was für noch weniger Partikel im Filter des Staubsaugers sorgen dürfte. Soweit meine Überlegung.

Wir switchen hier also von einem Kegel zu einer Zylinderform.

Die Eintrittsöffnung in den Zylinder (dort wird der Volumenstrom eingeleitet) befindet sich am oberen Rand außen am Zylinder und zwar so ausgerichtet, dass der Volumenstrom im inneren des Zylinders an der Außenwand rotieren kann. Durch den Deckel des Zylinders wird mittig eine Austrittsöffnung eingebaut. Beide Öffnungen sind im Durchmesser der vorhandenen Staubsaugerschläuche auszuführen. Bei mir habe ich die Schläuche durch 50mm Haustechnik-Rohre in grau ersetzt, da diese über eine glatte Innenwand und Dichtlippen verfügen und somit die Strömung im Rohr nur minimal verlangsamen.

In meiner Ausbaustufe steht der Zylinder auf einem großen Kunststoffeimer. Dabei wurde der originale Deckel des Eimers umgekehrt aufgebracht und das mittlere Griffstück herausgeschnitten damit der Zylinder unten um einen Kunststofftrichter (umgekehrter Deckel) ergänzt wird. Verbunden ist der Deckel mit dem Zylinder mittels Silikon zwecks Abdichtung und Spax Schrauben, die in den Montagering im Inneren des Zylinders geschraubt wurden.

Die so fixierte Deckel-Zylindereinheit wird mit den beiden originalen Griffstücken an den Auffangbehälter geklemmt. Das Eigengewicht des Zylinders sorgt für eine gute Abdichtung. Den Körper habe ich um ein Sichtfenster ergänzt, damit zu sehen ist, wann der Behälter ausgeleert werden muss (nicht schön ausgeführt aber praktisch im Betrieb). Das gesamte System steht fest verankert auf meinem Festool CTL 36E AC und ist mit den 50mm Rohren angeschlossen.

Damit der Ansaugstutzen im Innenraum des Zylinders genau mittig steht, ist er über die 45° Rohrbögen und dem Ratschenband fixiert. Der Ansaugstutzen ist innen ca. 250mm lang und hat eine seitliche Öffnung. Das Rohrende ist verschlossen, damit an der Innenwand herunterfallende Partikel nicht mit ausgesaugt werden.

Ob das System auch funktioniert, habe ich mit einem kleinen Test geprüft: Staubsaugerbeutel und Auffangbehälter ganz entleeren und den Inhalt in eine Waage begeben. Das Gewicht wurde aufgenommen. Dann alles zusammenbauen und den Waageninhalt nochmals via Zylinder einsaugen. Bei mir ergab dieser Test auch bei dem zweiten Durchlauf einen Effizienz von ca. 96%. Also 96% des Materials landeten im Auffangbehälter und nur 4% schafften es bis in den Staubsauger.

Rechnerisch hätte ich damit bei den 4% eine Beutellebensdauer von 25 Jahren. Ich glaube ich werde in 5-6 Jahren mal den Filter tauschen oder zumindest nachschauen 🙂

Folgendermaßen sieht das Endprodukt bei mir aus:

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